Was ist das, was in unseren Grundschulen / Volksschulen für Mathematik so sehr helfen würde?

Mathematisches

Da ist Line. Line besucht seit 2 Wochen die 3. Klasse. Line bringt direkt am vierten Tag einen Kopfrechentest mit nach Hause. Kopfrechenaufgaben im Zahlenraum bis 20 und 100. Querbeet sämtliche Aufgabentypen der Addition und Subtraktion. Bei der Multiplikation und Division wurde die 6er, 7er und 8er Reihe noch weggelassen.
Ich mag gerne darauf verzichten, hier ein komplettes Bild des Tests zu veröffentlichen. Stattdessen möchte ich Einblick in Teilbereiche geben.

Da stehen folgende Aufgaben in exakt dieser Anordnung.
19 + 27 =
25 +36 =
41 – 28 =
70 – 18 =

Der doppelte Zehnerübergang bei Addition und Subtraktion. Auch zweischrittiger Zehnerübergang genannt.

Line hat ihre Sommerferien genossen, war regelmäßig fleißig in Mathe dabei und erarbeitet sich aktuell die Zusammenhänge vom Zahlenraum bis 20 zum Zahlenraum bis 100. Einige Aufgabentypen im Zahlenraum bis 100 errechnet sie bereits sicher. Auch das Zehner-/ und Einerverständnis ist bereits gut ausgebildet. Der einfache Zehnerübergang im Zahlenraum bis 100 gelingt sicher, sofern sie die Möglichkeit hat, Zwischenschritte zu notieren.
Obige Aufgabenstellungen kann Line aktuell nur mit Hilfestellung lösen. Dann braucht sie dringend den halbschriftlichen Weg.
Das ist in obiger Darstellung nicht machbar. Es ist kein Platz für diese doch so sehr wertvollen und hilfreichen Zwischenschritte!

Zurück zu meiner Eingangsfrage: Was ist das, was in unseren Grundschulen / Volksschulen für Mathematik so sehr helfen würde?

Ja: Das Halbschriftliche. Die Notation von Zwischenschritten, exakt so, wie es für das Kind stimmig und hilfreich ist!
Und das in allen 4 Operationen!

Bei der Addition kann das beispielsweise so aussehen.

Wir wünschen uns, dass all unsere Kinder ein sicheres Kopfrechnen ausbilden.

Klar gibt es Kinder, die gefühlt mit dem Finger schnippen und die Ergebnisse im Kopf berechnen. Vielen anderen gelingt das nicht. Sie brauchen schriftlich notierte Zwischenschritte, um auf hilfreichen Wegen unterwegs zu sein.

Mhm, du hast richtig gelesen.

Es geht darum, dass die Kinder hilfreiche Wege benutzen! Hilfreiche.

Also Wege, die Zusammenhänge zulassen in den größeren Zahlenraum. Wege, die den Zusammenhang zur Subtraktion ermöglichen! Und Wege, die Rechenvorteile sichtbar machen können.

Wenn Line keine Möglichkeit hat, Zwischenschritte aufzuschreiben, bleibt ihr nichts anderes übrig, also über folgenden Weg zu gehen:

19 + 27 = 27
„9 plus 7 ist 16, schreibe 6. Merke 1. 2 plus 1 plus 1 ist 4“

DAS ist NICHT rechnen, das ist das Zusammenfügen von Ziffern auf Wegen, die zum Ergebnis führen, mehr nicht. Mit Rechnen hat das wenig zu tun.

Was ist also hilfreich: Halbschriftlich rechnen, so lange es geht!

Je länger, desto besser! Es gibt keine Eile, das in irgendeiner Weise einschränken zu müssen. Nicht für ein Kind wie Line und nicht für all die anderen Kinder! Halbschriftlich ist der Schlüssel schlechthin, um zu einem sicheren Kopfrechnen zu gelangen. Im Übrigen ist das halbschriftliche Rechnen viel wichtiger und hilfreicher als die schriftlichen Algorithmen, also dieses hier!

Ich bin mir über eines sehr klar: Wir hätten diese immensen Rechenschwierigkeiten bei unseren Kindern nicht, wenn wir mehr Fokus auf das halbschriftliche Rechnen legen würden!
Sowohl in den Grund- / und Volksschulen als auch in den weiterführenden Schulen.

Dipl.-Pädagogin Lena Leier

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