„Das ist falsch“ versus „Wie bist du …?“

„Nein“ oder „Das ist falsch“ versus „Wie hast du es denn gemacht?“

Ein Kind, das nicht der absolute Überflieger in der Schule ist, macht häufig Fehler im schulischen Bereich. So wie viele von uns auch in gewissen Bereichen. Bislang ist mir kein Kind begegnet, das absichtlich Fehler macht oder gar um ein Gegenüber zu ärgern. Meine Haltung und Erfahrung ist, dass Kinder kooperativ sind und kooperieren möchten.

Dein Kind macht die Fehler nicht absichtlich

Ein Fehler ist etwas, was nicht dem entspricht, was die Aufgabe verlangt bzw. was ein Gegenüber erwartet. Gleichzeitig macht sich ein Kind Gedanken bei der Aufgabenbearbeitung und ist bemüht, zum richtigen Ergebnis zu kommen.

Es braucht von uns allen eine Wertschätzung für diese Gedanken!

Unabhängig davon, ob das Ergebnis richtig oder falsch ist. Unsere Kinder werden gestärkt und wertgeschätzt, wenn wir uns auf diese Gedankenschritte beziehen. Ein“ Nein“ oder ein „Das ist falsch“ ist für die Kinder nicht hilfreich und in vielen Fällen fühlen sich die Kinder abgewertet, traurig und wenig motiviert zum Weitermachen. Uns selbst geht es ja auch so, dass wir durch ein „Nein“ erstmal den Kopf einziehen.

Ein „Schau mal hier nochmals“ oder „Was hast du dir denn dabei gedacht?“ oder „Mich würde interessieren, was du hier gemacht hast“ lädt die Kinder ein, ihre Wege auszusprechen. Sie erkennen ein echtes Interesse unsererseits an ihren Wegen, das motiviert unheimlich. Und in sehr vielen Fällen ist es so, dass die Kinder sich sehr wohl überlegte Gedanken gemacht haben, um dorthin zu kommen.

Ein Umdenken im Bereich Fehlerkultur ist sehr wertvoll für euer Kind.

Für Kinder mit Matheschwierigkeiten ist es meiner Meinung nach ganz besonders wichtig, wertschätzend mit Fehlern umzugehen und Teilerfolge zu bestärken.

Wertschätzende Kommunikation gegenüber eurem Kind ist Balsam für die Seele.

Es fühlt sich gut an, die „Nein“-Formulierungen gegenüber Fehlern wegzulassen und stattdessen konstruktiv, wertschätzend und interessiert auf Fehler zu reagieren.

Die Kinder fühlen sich aufgehoben, gehört und sind motiviert, nochmals über eine Aufgabe nachzudenken. Ein wertschätzendes Miteinander auf einer Ebene.

Natürlich gibt es noch viele weitere wertschätzende, konstruktive Formulierungen, die in eine ähnliche Richtung gehen. Gewisse Formulierungen sind ja immer auf Typsache. Der eine mag die gewisse Formulierung, ein anderer kommt mit einer anderen Formulierung besser zurecht. Und dennoch finde ich es immer wieder spannend, Einblick in die Sammlungen von anderen Mitmenschen zu bekommen. Vielleicht möchtest du mal deine „Nein“ gegenüber Fehlern hinterfragen und mal bei dir nach geeigneten Formulierungen forschen. Wer hat denn schon gut Erfahrungen mit konstruktiven Formulierungen gemacht? Ich freue mich auf deine Formulierungen in den Kommentaren.